Musical-Kritik: “Titanic”-Premiere in Tecklenburg begeistert mit grandioser Cast und revolutionären Projektionen!
Musicalpuls (26.07.2025)
"...Inzenierung punktet mit Detailverliebtheit
Dass sich auch die Zuschauer mittendrin fühlen, dafür sorgen auch die vielen kleinen Details… so passiert während der gesanglichen Performance einzelner oder mehrerer Darsteller auch abseits dessen einiges. ..
Cast und Musik grandios
Kurzum gesagt – sowohl Bühnenbild als auch Lichtdesign sind überragend! Das trifft natürlich auch auf die Cast und die Musik zu. Hervorheben mag man hier kaum jemanden, denn das riesige Ensemble als auch die Haupt- und neben Charakte liefern allesamt durch die Bank weg ab. ...
Anton Rattinger und Masha Karell sorgen für Gänsehaut-Moment des Stücks
All das zusammen erschafft ein grandioses und packendes Erlebnis, das die schlimme Katastrophe der Titanic emotional, packend und eindringlich auf die Freilichtbühne bringt. Dabei ist die sich anbahnende Katastrophe nahezu omnipräsent spürbar. Gänsehaut ist spätestens gegen Ende des Stücks garantiert, wenn Anton Rattinger und Masha Karell als das Ehepaar Isidor & Ida Straus im gesetzteren Alter ohne Chance auf Rettung oben auf der Titanic steht… und sich liebevoll umeinander kümmert… die letzten Stunden nach einem ganzen gemeinsamen Leben noch harmonisch und voller Liebe verbringt. So wärmt er mit seinem letzten Atem noch ihre Hände. Als dann wenig später das große Finale folgt und alle Überlebenden noch einmal die Bühne betreten und die Namen der Toten als Projektionen auf der Kulisse erscheinen, ist der dramatische Höhepunkt perfekt. ...
Sicher ist: DIESE Umsetzung unter der Regie von Ulrich Wiggers setzt das dramatische Unglück der Titanic extrem intensiv und großartig um! Wer die Chance hat, nach Tecklenburg zu reisen – und noch an die sehr gefragten Tickets kommt – sollte das Stück unbedingt erleben!“
Kevin Drewes
Mit Tiefgang und Gefühl: „Titanic“ in Tecklenburg
Kulturfeder.de (26.07.2025)
"...Schon vor dem ersten Ton zeugen verstreute Requisiten – Rettungswesten, Koffer, Holzspielzeug, persönliche Gegenstände – davon, dass der Luxusliner RMS Titanic längst Geschichte ist. Wenn das Ensemble in der Eingangsnummer „Zu allen Zeiten“ wie die Geister des Luxusliners mahnt und träumend von Größe und Fortschritt singt, wird klar: Hier geht es um mehr als um den Untergang eines Schiffes. Es geht um Hybris, Hoffnung und Menschlichkeit.
Wiggers‘ Inszenierung lenkt den Blick immer wieder weg vom Spektakel und hin zu den Einzelnen. Kein Charakter bleibt schemenhaft, jede Figur erhält Kontur, Tiefe, manchmal auch Widerspruch. Szenen gehen zudem wunderbar fließend ineinander über – es herrscht immer Bewegung auf der Bühne: Spielt eine Szene beispielsweise gerade auf der Brücke, sieht man auf dem Promenadendeck darunter Passagiere spazieren gehen oder miteinander sprechen. In dieser Inszenierung fügen sich alle Gewerke derart harmonisch zusammen, dass es kaum überrascht, wenn in der Premierenvorstellung nach der großen Ensembleszene „Gute Fahrt“ sofort stehende Ovationen folgen. ...
Masha Karell und Anton Rattinger als Ida und Isidor Straus bilden das berührende Herzstück des zweiten Aktes. Ihr Duett, gesungen von zwei Menschen, die lieber gemeinsam sterben als getrennt leben, ist still, aber von erschütternder Kraft. ...
Was hier auf die Freilichtbühne gezaubert wurde, ist keine bloße Nacherzählung einer bekannten Tragödie, sondern ein fein orchestriertes Bühnenkunstwerk. Jeder Moment ist durchdacht, jedes Detail bedeutungsvoll. Und so sieht man am Ende nicht nur ein Schiff untergehen, sondern mit ihm eine ganze Welt.“
Dominik Lapp
Freilicht Schwäbisch Hall
MARIA
Haller Tagblatt (03.07.2017)
...Die Haller Inszenierung nimmt die komödienhaften Elemente mit sehr viel Musik und Tanz auf. Doch sie hat auch einige Momente des Innehaltens, innig und nachdenklich gesungene Lieder, die bei der Premiere regelmäßig Szenenapplaus ernten....
...Die Schauspieler sind hervorragend, allen voran Anton Rattinger als Antonio, der zunächst gleichzeitig aufdringlich und völlig unnahbar wirkt, dann aber mit seinem eigenen Schicksal als Fremder, der sich irgendwie einfügen muss, berührt. Rattinger hat sich dafür einen goldigen italienischen Akzent zugelegt, der immer wieder von den anderen Darstellern persiflierend aufgegriffen wird. Sein Antonio kann im Wortsinne ein Lied davon singen, wie es den „Gastarbeitern“ der 1960er-Jahre in Deutschland ging und wie es auch heute noch vielen Migranten in vielen Ländern geht: Schlecht bezahlte Arbeit, keine Chance bei der Wohnungssuche, Anfeindungen, Einsamkeit. Antonio schluckt vieles runter und wird dabei kauzig. Dem gibt Rattinger sehr glaubhaft Ausdruck...
Monika Everling
Freilicht Schwäbisch Hall
BRENZ 1548
Mannheimer Morgen (26.06.2017)
...Gleich in mehreren differenziert gezeichneten Rollen, als Stättmeister Hans Wetzel, als Martin Luther und als General, gefällt Anton Rattinger....
Dieter Schnabel
Freilicht Schwäbisch Hall
BRENZ 1548
Haller Tagblatt (19.06.2017)
...Anton Rattinger ist ein wortgewaltiger Luther, der die originale Sprache des Theologen eindrucksvoll zum Klingen bringt. ...
... Ohnehin ist das Ensemble, mit dem Christian Doll die Geschichte eindringlich und emotional erzählt, großartig: Rund ein Dutzend Schauspieler schlüpfen in 30 Rollen, die sie allesamt glaubhaft ausfüllen ...
....„Brenz 1548“ überzeugt mit einer Ernsthaftigkeit, die zugleich über eine Leichtigkeit verfügt und sich zudem eine gesunde Prise Humor und Komik gönnt. ...
Bettina Lober
Der Gast
Siegener Zeitung online (07.12.2011)
"Gespielt wurde die Geschichte von einem Ensemble von Könnern. (...) Ganz souverän: Anton Rattinger als "der Gast" Pontignac."
Lesung
17.10.2010 (17.10.2010)
"Bissendorf. Hörgenuss in Bissendorf dank kalorienfreier Zwischengänge: Beim literarischen Menü auf der Schelenburg präsentierte der Berliner Schauspieler Anton Rattinger allerlei Lyrisches und Prosaisches.
Den rund 60 Zuhörern bot sich ein abwechslungsreiches Programm aus Sprach- und Kochkunst. Es sei ihm eine Ehre, an diesem historischen Ort Literatur unterschiedlichster Gattungen vorzutragen, sagte Anton Rattinger zu Beginn seines Vortrages.
War der Name des Schauspielers nur wenigen ein Begriff, so dürfte sein Gesicht den meisten Besuchern aus Fernsehproduktionen wie Derrick oder Soko 5113 bekannt gewesen sein. Mit großer Geste zelebrierte Rattinger seinen Auftritt, man erkannte den klassisch ausgebildeten Schauspieler alter Schule. Schon das Umblättern jeder Seite seines Manuskripts: zwei spitze Finger, und dann mit viel Schwung herübergeworfen."