Timocin Ziegler

Presse

Glaube Liebe Hoffnung

Theaterkritiken München (02.12.2018)

"...Christian Stückl hat... Horváths Stück kräftig gegen den Strich gebürstet. Und siehe da: Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. ... ließ Christian Stückl die Darsteller die von ihnen gestalteten Figuren extrem stark überzeichnen. ... Timocin Ziegler spielte einen blödsinnigen stumpfen Kellner, einen tierisch verschlagenen Schnorrer, einen den herannahenden Tod mit großer Geste ausstellenden Oberpräparator und eine lächerliche heroische Eintagsfliege als Lebensretter.... Als der Vorhang nach einer turbulenten, irre komischen und grotesken Inszenierung fiel, hatte der Zuschauer unbedingt Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“ gesehen, ohne dabei vor Betroffenheit über die (auch heutigen) Zustände zu greinen. Die Werktreue war gegeben, die Wirkung indes eine andere als üblich. Der Wirkung und der Botschaft hatte der radikale ästhetische Umgang grundsätzlich keinen Abbruch getan. Unterhaltsam war es bei aller Düsternis und Menschverachtung allemal. Christian Stückl hatte Mut bewiesen und sich weit hinausgelehnt mit seinem Konzept. Es hätte auch im peinlichen Klamauk untergehen können, tat es aber nicht. Dabei löste die Vorstellung vor allem keine Betroffenheit aus, denn es war mehr Brechtsches episches Theater für die Ratio, als Aristotelisches kathartisches für die Emotio. Das Ergebnis gab den Machern recht und es bleibt nur, ihnen aufrichtig Dank und Anerkennung zu zollen. Wolf Banitzki

Glaube Liebe Hoffnung

Kultur extra (02.12.2018)

"...Christian Stückl hat Horvaths kleinen Totentanz in 5 Bildern fulminant in Szene gesetzt, behutsam aktualisiert und dabei doch gegen den Strich gebürstet, so dass das Stück frisch wirkt, als hätte man es noch nie gesehen.... Besonders die männlichen Figuren sind grotesk überzeichnete Karikaturen ihrer selbst, grandios verkörpert von dem jungen Ensemble. Der bösartige Oberpräparator (Timocin Ziegler),... – tragikomische Figuren, die spielen, was das Zeug hält: Lacher gegen die Dunkelheit, die diese nur noch schwärzer machen. Unbedingt hingehen und selber sehen: So farbig kann schwarz sein!..." Petra Herrmann

MEIN KAMPF

OVB online (27.01.2018)

"...Lobkowitz ist in seinem schmuddel-weißen Mantel nicht zuzuordnen und wird von Timocin Ziegler leicht selbstironisch im wahren Sinne des Wortes leichtfüßig gespielt.... ...Die Dezenz und Sensibilität der Regie machen aus Taboris „Mein Kampf“ auf alle Fälle eine wunderbare Parallel-Aufführung zu Lessings „Nathan der Weise“ am Volkstheater." Simone Dattenberger

"Mein Kampf"

Süddeutsche Zeitung (26.01.2018)

"...Der "theologische Schwank" (O-Ton Tabori über "Mein Kampf") um Hitlers "Künstlerjahre" im alten k. u. k.-Wien vor dem Ersten Weltkrieg beginnt als ein Stück, in dessen erstem Teil die Schauspieler die delikate Balance zwischen platter Sottise und beißendem Witz erst einmal austesten müssen. Lobkowitz, barfüßig in seinem Jesus-Gewand, ringt rudernd nach Worten und leidet unter unvermutetem Gliederreißen, was da noch unfreiwillig komisch wirkt. Timocin Ziegler legt mit Schlomo tänzelnd einen Slapstick hin. Es geht darum, wie der noch zu schreibende Roman des fromm-unfrommen Schlomo heißen soll, und man sich endlich, nebbich, auf "Mein Kampf" einigt. ..." Eva-Elisabeth Fischer

Tage der Dunkelheit

bayerische-staatszeitung.de (24.06.2016)

"Und dann ist da noch das Zeitmanagement, das fast schon an Magie grenzt: In knapp 60 Minuten bringt der Regisseur tatsächlich eine Elementar-Verdichtung dieses Mega-Epos auf die Bühne – und lässt sich dabei am Anfang auch noch unglaublich viel Zeit. Denn da steht Magdalena Wiedenhofer als Stamm-Mutter Ghandari im weißen Kleid, mit schwarzer Augenbinde am Bühnenrand. Eine Ewigkeit lang wird kein Wort gesprochen. Und sie bewegt sich doch! Aber so extrem langsam, dass man es kaum merkt, und wenn sie nach zehn Minuten in der Bühnemitte angekommen ist, hat man das Gefühl die Schauspielerin sei geschwebt. Erstaunlich, dass Yoga für Fortgeschrittene im Theater so spannend sein kann."

Tage der Dunkelheit

Merkur (22.06.2016)

"Sankar Venkateswaran, 1979 in Indien geboren, (...) und seine sechs Schauspieler arbeiten sehr klug mit dem Pranayama. (...) Mikrofone (...)nehmen das zunächst kaum wahrnehmbare konzentrierte Atmen der Darsteller auf, verstärken es und schicken das Signal in Wiederholungsschleifen. Die Bewusstheit, mit der auf der Bühne geatmet wird, spiegelt sich in den Bewegungen der Darsteller. Aus dieser Achtsamkeit schöpfen die Figuren Kraft und Energie, erheben sich zur letzten Schlacht.(...)'Tage der Dunkelheit' schildert nach dem eindrucksvoll entschleunigten Prolog von Magdalena Wiedenhofers Stammmutter Gandhari das Inferno eines Kampfes zweier verfeindeter Familien um den Thron. Die Pandavas und die Kauravas sind vom gleichen Blut – und können doch das Morden nicht lassen.(...) Als der Kampf endlich entschieden zu sein scheint, mischt sich Krishna ein und stachelt den unterlegenen Herrscher an, das „Gesetz des Kampfes“ zu brechen und mit einem Regelbruch den Gegner zu bezwingen. So schickt schließlich der Höchste selbst das Töten der Menschen in die Fortsetzung. Mit seiner Gotteskritik wirkt Bhasa (...) überraschend zeitgenössisch.Heftiger Applaus, Getrampel."

Tage der Dunkelheit

münchnerkulturx (20.06.2016)

"Dem indischen Regisseur Sankar Venkateswaran gelingen eindringliche Bilder. So bewegen sich die Schauspieler über weite Strecken mit starker Präsenz auch in Zeitlupe auf der spartanischen und düsteren Bühne – quasi als Zeichen der bedeutsamen und dramatischen Ereignisse. Viel Beifall."

Tage der Dunkelheit

Süddeutsche Zeitung / Sabine Leucht (20.06.2016)

"Mit konzertiertem Summen und Tönen, der Überführung von Worten in Glucksen, artifiziellen Schreien oder knurrenden Klagelauten, mit einem Weinen, das wie stoßweise hervorgebrachtes Lachen klingt, und einer von Jonathan Müller sehr behutsam geführten Kinderpuppe ohne Unterleib, die als schwaches Zeichen einer möglichen besseren Zukunft ohne Angst und Arg an den sterbenden Vater herantritt, entwickelt der Abend einen fremdartigen Sog.(...) (Er) findet nach nur 60 Minuten zu einem überraschend abrupten Ende, an dem die Freunde des Friedens realistischerweise nur das vorletzte Wort haben. Das letzte haben die Geiferer und die Rachsüchtigen. Und so geht es seit Anbeginn und immer weiter mit dieser Welt."

Tage der Dunkelheit

nachtkritik.de (19.06.2016)

"Beeindruckend ist der Abend vor allem durch die Ernsthaftigkeit, mit der Sankar Venkateswaran, Jahrgang 1979 und unter anderem künstlerischer Leiter des International Theatre Festival of Kerala, die Grundfragen des Mahabharata verhandelt. Ihm geht es um nicht weniger als die Frage, ob die Menschheit es schaffen kann, aus dem Kreislauf der Machtkämpfe auszusteigen. Gut sieht es nicht aus: 'Ich werde nun gehen und die Schlafenden töten', lautet einer der letzten Sätze."

Katzelmacher

Merkur (14.03.2016)

"„Katzelmacher“ ist eine mitunter quälende Studie über Ziel- und Hoffnungslosigkeit, über die innere Leere der Menschen in einer Vorort-Hölle: junge Erwachsene, die darauf warten, dass das Leben losgeht – aber nicht bereit sind, dafür ihre Hintern zu bewegen. (...) Was sie bekommt, ist einen jungen Mann aus Griechenland, den Timocin Ziegler angenehm unaufgeregt spielt. Mit Ankunft des Gastarbeiters bricht der Alltag der Gruppe auf – so, wie die beiden Hälften des Bühnenbilds auseinandergeschoben werden und endlich einen kleinen Blick auf die unbekannte Welt dahinter erlauben. Der Fremde macht zunächst einmal nichts, ist einfach nur da. Doch das reicht vollkommen, um das Animalische im Menschen, das bis dato in die Unterbühne verbannt war, an die Oberfläche zu holen. Langer Applaus."

Katzelmacher

Süddeutsche Zeitung (13.03.2016)

\"Timocin Ziegler als Grieche, der dankenswerter Weise nicht zum Syrer aktualisiert wurde, schaut super aus. Klar, dass die jungen Frauen auf ihn fliegen und die Männer vor Potenzneid platzen. Er trägt seinen Goethe auf den Lippen und das Reclamheft als gelben (!) Ausweis deutscher Leitkultur an der Brust. Textlaufbänder erzählen was von unwertem Leben und im Hohlraum unter den Akteuren krauchen die personifizierte unterdrückte Sexualität und latente Gewalt.\"

Fabian - Der Gang vor die Hunde

B.Z. (26.01.2015)

\\\"Besser kann man einen toten Schriftsteller kaum wiederbeleben! (...) Die Inszenierung der Großstadt-Satire „Fabian – Der Gang vor die Hunde“ von 1931 passt erschreckend gut ins Jahr 2015. Fabian (fantastisch sorgenvoll: Timocin Ziegler) hält zu Beginn der zweistündigen Vorstellung eine aktuelle B.Z. in den Händen, vermischt Schlagzeilen von heute mit Schlagzeilen aus Kästners Buch.\\\"

Fabian - Der Gang vor die Hunde

Der Tagesspiegel (25.01.2015)

\\\"„Die nächste Zukunft hatte den Entschluss gefasst, mich zu Blutwurst zu verarbeiten. Was sollte ich bis dahin tun? Bücher lesen? An meinem Charakter feilen? Geld verdienen? Ich saß in einem großen Wartesaal, und der hieß Europa“. Wow. Wenn das der Jugend von heute mal nicht aus dem Herzen spricht. Dabei stammt die Beschreibung des ungewissen Fleischwolfgefühls von 1931 – und war auf die eigene Epoche gemünzt. Erich Kästner schickt in seinem Großstadtroman „Fabian“ einen jungen Germanisten durch das ziel- und zügellose Berlin am Vorabend des Untergangs.\\\"